NEUSTADT VERKEHRSBERUHIGT

Wie wir Anwohner den öffentlichen Raum zurückbekommen:

Neustädter Straßen werden zu Aufenthalts-, Spiel- und Geschäftsstraßen.

 

Wir, 18.000 Bewohner der Dresdner Äußeren Neustadt, leben in einem lebendigen Viertel. Wir wohnen nicht zufällig hier, sondern weil wir die Urbanität, Dichte und die Lebendigkeit des Viertels mit seinen Kneipen, Kinos, Spielplätzen, nahen Kindergärten (und Altenheimen) und die kurzen Wege lieben, egal ob zum Supermarkt, Bäcker, Fleischer, Gemüse- und Feinkostladen, ob ins Kino, Konzert, den Alaunpark, in die Heide oder zur Elbe. 18.000 Menschen auf etwas mehr als einem Quadratkilometer. Der bei weitem am dichtesten besiedelte Stadtteil Dresdens, mit 18.000 Frauen, Männern, Kindern und Alten, die in Ihrem Stadtviertel vor allem zu Fuß unterwegs sind. Dazu gibt es lediglich 4.400 (gemeldete) Autos im Viertel*. Warum beherrscht aber der motorisierte Individualverkehr unser Straßenbild und nimmt den Großteil des öffentlichen Raumes in unserem Viertel ein? Warum ist das so? Weil es eben so ist, seitdem der Pferdekarren vom Automobil abgelöst wurde? Geht es nicht auch anders?

 

Stellen Sie sich bitte vor, wir würden uns alle die Straßen unseres Viertels teilen: Fußgänger, Radfahrer, Rollstuhl-, Skateboard- und Rollerfahrer, PKWs und Zuliefer-LKWs auf einer Straße! Alle Verkehrsteil-nehmer passen sich dem an. Das geht nicht? Und ob; schauen Sie in Viertel dieser Welt, die dies vorleben, z.B. in italienischen Großstädten wie Rom, Neapel und Genua (zona traffico limitato)…

Alle teilen sich den Platz und passen sich den schwächsten Mitgliedern, den Fußgängern an. Selbstverständlich sind auch diese angehalten, den Verkehr nicht zu blockieren.

Wir wollen mehr Raum, wir wollen unser Viertel nicht nur am Rande der Straßen erlaufen! Wir wollen die Straße zurück. Wir wollen uns die Straßen der Neustadt teilen, wir sind Fußgänger, Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Autofahrer.

 

Wir möchten mehr Grün in unserem Viertel, warum nicht jetzt den Grundstein für morgen legen? Pflanzbänke oder Bäume auf der Talstraße?

Tischtennis und Boule auf der Louisenstraße?

In einer verkehrsberuhigten Zone ist vieles möglich. Wir Bewohner müssen dies nur aushandeln, Ideen sammeln und umsetzen.

 

Dies ist eine verkehrspolitische Bewegung, keine Plattform für Träumer; PKWs sind Bestandteil unserer individualisierten westlichen Welt und werden es vorerst auch bleiben.

Ziel ist es, im Stadtgebiet der Äußeren Neustadt Dresden zwischen Bautzner Straße und Bischofsweg und zwischen Königsbrücker- und (einschließlich) Prießnitzstraße ein Modellprojekt für moderne, qualitätssteigernde Lebensbedingungen für 18.000 hier lebende Menschen zu schaffen.

 

Das sind erste Vorschläge zur Umsetzung:

Phase 1 (Umsetzung 2019)

  • Einwohner zum Gespräch bitten:
    • Themen – wie möchtest du in deinem Viertel leben?
    • Soll sich dein Viertel ändern; wenn ja, wie?
    • Wie sieht „verkehrsberuhigt“ konkret aus
    • Welche vergleichbaren urbanen Gebiete in Deutschland sind bereits „verkehrsberuhigt“ bzw. „Shared Spaces“

 

Phase 2 (Umsetzung 2020)

  • Parkgebühren innerhalb der Neustadt erhöhen und auf großstädtisches Niveau bringen (15 min: 50 Ct., 24 h: 15 €, Berlin Ku-damm: 15 min: 75 Ct.)
  • Anwohnerparkgebühren erhöhen (von 25 € auf 100 €/ Jahr)
  • Verleih von Lastenfahrrädern an verschiedenen Orten der Neustadt ausweiten
  • Einrichten der entsprechenden Radparkplätze an zentralen Plätzen der Neustadt (z.B. am Lutherplatz, Alaunstraße vor Scheune, Alaunplatz, Talstraße, Böhmische Straße)
  • Vorantreiben der Einrichtung von E-Bike-Lieferdiensten für die „Letzte Meile“ bei Zulieferung von Waren und Paketen in der Dresdner Neustadt als Ersatz für Lieferfahrzeuge und Paketdienste (analog zu Velocarrier in Stuttgart, Tübingen u.a. Städten in BW)

 

Phase 3 (Umsetzung 2022-23?)

Verkehrsberuhigte Zone Alaunstraße und Louisenstraße

  • Niveaugleiche Straße für Alle (Abschaffung der Trennung von Bürgersteig und Straße)
  • Einfahrt Kraftverkehr nur für Anwohner und Zulieferer
  • Gekennzeichnete Parkplätze ausschließlich für Anwohner
  • Haltemöglichkeit überall
  • Bessere Verkehrsleitung hin zum Parkhaus Bautzner Str./ Ecke Juile-Salinger-Weg

 

Phase 4 (Umsetzung nach Auswertung von Phase 2, Umsetzung 2023-24?)

  • Verkehrsberuhigte Zone auf folgenden Straßen:

Jordanstr., Förstereistr., Timaeusstr., Böhmische Str., Martin-Luther-Platz,

Martin-Luther-Str., Pulsnitzer Str., Sebnitzer Str., Kamenzer Str., Schönfelder Str., Talstr., Prießnitzstr. zwischen Bautzner Str. und Bischofsweg, Julie-Salinger-Weg, Seifhennersdorfer Str. (Ausnahme: Rothenburger Str., Görlitzer Str., dort Tempo 20)

  • Niveaugleiche Straße für Alle (Abschaffung der Trennung von Bürgersteig und Straße)
  • Gekennzeichnete Parkplätze ausschließlich für Anwohner
  • Haltemöglichkeit überall
  • Einfahrt Kraftverkehr nur für Anwohner und Zulieferer
  • Parkplätze ausschließlich für Anwohner, Lieferfahrzeuge erhalten Haltemöglichkeit
  • Weiteres Parkhaus am Rande der Neustadt (z.B. oberhalb des Alaunplatzes, Zufahrt von der Tannenstraße aus)
  • Anwohnerparkgebühren erhöhen (200 €/ Jahr)

 

Gez. Michael Kalinka (0172-791 39 64)

 

 

*4.371 Autos/ 18.095 Einwohner = 24 % (Dresden ø 40 %)

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